Neue Töne aus dem kalten Norden

Dass experimentelle Musik durchaus einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden kann, zeigt die isländische Künstlerin Björk. Die heute 54-jährige Sängerin mit dem bürgerlichen Namen Björk Guðmundsdóttir hat zunächst mit der Band The Sugarcubes Erfolge gehabt, wurde aber mit dem Hit It’s Oh So Quiet weltbekannt. Dennoch ließ sie nicht davon ab, immer wieder neue Dinge auszuprobieren und konzeptionell zu arbeiten.

Ihr Stil kann als Avantgarde bezeichnet werden, sie vermischt aber verschiedene Musikrichtungen, darunter Trance, Dance, Jazz, Glitch und sogar klassische Musik. Ihre Werke zeugen von einer hohen kompositorischen Komplexität und Björk wird nicht umsonst als eine der einflussreichsten Musikerinnen in der Liste des Rolling Stones Magazine genannt.

Neben der Musik ist sie erfolgreiche Schauspielerin, sie gewann als Darstellerin in Lars von Triers Film Dancer in the dark den Preis als beste Darstellerin bei den Filmfestspielen in Cannes. Außerdem tritt sie immer wieder als DJane bei Festivals auf.

Immer ihren Ansprüchen treu geblieben

Die Künstlerin ist sehr geprägt von der kargen Landschaft ihrer Heimat, die eine düstere, gleichzeitig aber auch faszinierende Umwelt hat. Sie drückt das sowohl in den sehr introvertierten Alben wie Vespertine aus und in eher extrovertierten Alben wie Homogenic.

Die Isländerin macht so besonders, dass sie niemals still steht und sich niemals mit dem zufrieden gibt, was sie hat. Musik und Kunst sind für sie fließenden Prozesse, in denen es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Aufsehen erregte das Album Biophilia, das mit allen Konventionen eines Albums brach. Es bestand aus Apps, Multimedia, Fotos, Texten, Songs, Live-Performances und den Klängen von eigens geschaffenen Musikinstrumenten.

Björk sieht sich als Kultur-Botschafterin für ihre Heimat Island und als feministische Aktivistin in der Musikindustrie. Sie ist außerdem in der Umweltbewegung aktiv und hat ein Album mit Remixes veröffentlicht, dessen Erlös UNICEF zugute kam.

Trotzt ihrer Berühmtheit ist sie immer ihren hohen musikalischen Ansprüchen treu geblieben, was sie wohl auch zur Ausnahmemusikerin gemacht hat.